Die Ausrufung der Ersten Republik

Vorgeschichte: Die Habsburger-Monarchie

Die Habsburgermonarchie, die sich aus den Staaten Österreich und Ungarn zusammensetzte, besetzte 1878 Bosnien und Herzegowina und annektierte es im Jahre 1908. Das gemeinsame Staatsoberhaupt der Doppelmonarchie war der Kaiser von Österreich und König von Ungarn. Von 1848 bis 1916 herrschte Franz Joseph I. Ihm folgte sein Großneffe Karl I. Im Herbst 1918 brach die Habsburger Monarchie in Folge der Kriegsereignisse endgültig zusammen.
 
Am 23. Oktober 1918 fuhr die kaiserliche Familie nach Ungarn. Drei Tage später erhielt sie die Nachricht vom Zerfall der österreichischen Armee. Daraufhin kehrte das Kaiserpaar nach Wien zurück. Kaiser Karl ernannte eine neue Regierung unter der Führung von Heinrich Lammasch. Die Ereignisse überschlugen sich in den nächsten Tagen. Am 3. November 1918 trat der Waffenstillstand mit den Alliierten in Kraft. Gleichzeitig brach die österreichische Armee zusammen und die Monarchie löste sich in Nachfolgestaaten auf. Am 11.November 1918 überredete Lammasch Kaiser Karl eine Verzichtserklärung zu unterzeichnen. Damit war die habsburgische Herrschaft endgültig zu Ende. Einen Tag danach wurde in Wien die Erste Republik ausgerufen.
 

Eckdaten zur Ersten Republik:

12.11.1918: Ausrufung der Republik Österreich (eigentlich Deutsch-Österreich)
21.10.1919: Einführung des Namens Republik Österreich
13.11.1918: Bericht in der Klagenfurter Zeitung
Erster Kanzler: Karl Renner
Bevölkerungszahl Österreichs im Jahr 1919: 6.420.000
Lokales: Der damalige Bürgermeister von St. Ruprecht war der Fabrikant Cölestin Wenger